Guter Tipp von Reiseprofi

Tel Aviv, Haifa, Jerusalem

Next Stop: Haifa (Israel)!

Mein Freund Florian, Weltreisender in Sache «Made in Germany», schärfte mir mehrfach ein, das Bahnhofsschild des Ziels (auch U-Bahn, S-Bahn oder Linienbus) – so man es denn endlich einmal gefunden hätte – per Handy oder DigiCam zu fotografieren.

Das könnte für weitere Rückfahrten in die Unterkunft oder Fahrten zur Industrie-Messe eine wesentliche Erleichterung darstellen. Man könne ja schliesslich nicht alle Schriften dieser Welt entziffern.

Zum Glück sind die Bushaltestellen in Israel (siehe Foto) durchnummeriert. 😉

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Notruf aus dem IC

Das Telefon klingelte: Die Freunde riefen vor lauter Hunger aus dem „völlig abgebrannten IC-Bordbristo“ an. Es war zwischen den Jahren und sie waren in der Anfahrt auf ein langes Weekend mit Silvesterparty. Im Bordbistro, telefonierten sie, hatte man wohl noch wenige Flasch‘bier und ein, zwei Schokoriegel zu bieten. Sonst war „empty“!

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Zu Besuch … im Selçuk Train Museum (Selçuk, Türkei)

2015-11-selcuk 4Im kleinen Ort Selçuk steht in einem Bahnmuseum der Salonwagen Mustafa Kemal Atatürk, dem Begründer der aus dem osmanischen Reich hervorgegangenen modernen Republik Türkei. Das Örtchen liegt in der Nähe von Izmir und Ephesus.

Im Museum finden sich aktuell 33 Dampflokomotiven, davon viele auch aus deutscher Herstellung. In der Bestandsliste finden sich Namen der Hersteller wie z. B. Maffei, Henschel, Krupp, Borsig.  Weiterlesen

Sieben Kinder, 13 Socken, 15 Schuhe und ein SmartPhone

2014-09-wallis

Dunkle Wolken hingen tief über dem Wallis …

Letzten Sommer war das Wetter in der Schweiz grauslig: über der Adria lagen immer neue Tiefdruckgebiete, saugten sich voll dort voll Wasser und verwandelten Norditalien und die Südschweiz in ein einziges großes Planschbecken. Andreas wartete schon seit Wochen auf ein Wolkenloch, denn er saß wie auf heißen Kohlen, da sein Halbtax ablief. Aber er wollte diesen Urlaub noch unbedingt erleben: einmal mit der Bahn über den Gotthard Richtung Brig reisen, bevor der Gotthard-Basistunnel fertig gestellt wird. Auf die Tour freute er sich schon seit Monaten. Weiterlesen

Der IC lernt schwimmen

Es muss kurz nach der Wende gewesen sein, unser Büro war schon nach Berlin verlegt worden, als ich mich wieder einmal nach Dunkeldeutschland aufmachte, wie wir die neuen Bundesländer damals humoristisch nannten.

Wochenlang hatte es in jenem Frühjahr geregnet und die Elbe führte einmal wieder Hochwasser. Nicht nur an den allseits medienbekannten Stellen bei Dresden und im Elbsandsteingebirge, nein auch im flachen Land bei Magdeburg war sprichwörtlich „Land unter“.

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„Nächster Halt: Jungfraujoch!“

Nach einer anstrengenden Dienstreise quer durch die Schweiz düste Andreas im IC von Bern nach Zürich. Das Schweizer Mittelland zeigte sich an diesem sonnigen Frühlingstag von der schönsten Seite. Saftige Wiesen auf denen viele Blumen um die Wette blühten und einige glückliche Milchkühe waren eine Szenerie wie aus dem Tourismusprospekt. Da Andreas jedoch einigen Schriftverkehr zu erledigen hatte, konzentrierte er sich darauf und hatte keinen Blick für vorbei huschenden Schönheiten der Landschaft.  Weiterlesen

Berührungspunkte mit der Zwischenwelt

Vorletzten Winter standen wir nachmittags frierend im Düsseldorfer Hbf. Auf dem Bahnsteig rollerten zwei mehr als auffällige junge Damen mit ihren Köfferchen einher: die Jüngere, mausgrau und so rund Anfang 20, schaute ein wenig müde aus der Wäsche. Die Ältere, augenscheinlich schon bald die Lebensmitte überschreitend, stolzierte gekonnt auf High-Heels, wobei das „High“ tatsächlich ernst zu nehmen war, über den winterlichen Bahnsteig. Ich wunderte mich, wie diese Frau auf den wahrscheinlich waffenscheinpflichtigen Mordinstrumenten senkrecht laufen und dabei ohne zu wanken einen pinklackierten Trolley nach sich ziehen konnte. Der Stil ihrer ausgesprochen eleganten Fahrwerksausstattung wurde vom darüber getragenen ledernen schwarzen Miniröcken mit anschließender Lederkorsage ein wenig getrübt. Sie hätte damit besser auf eine Bühne gepasst – aber vielleicht war sie ja genau dahin unterwegs. Wer weiß! Der Stilbruch wurde nach oben von einem kurzen offenen pink-plüschigem Teddyjäckchen abgeschlossen mit dem sich ihre langen blonden Locken nicht wirklich gut vertrugen. Weiterlesen

Unterwegs mit der Hellebarde

Im Sommer kam Andreas von einem Wochenendausflug aus der Westschweiz und reiste an einem sonnigen Sonntagnachmittag Richtung Basel. Er hatte versehentlich den falschen Zug gewählt und saß im InterRegio, der ihm eine schöne vor allem ruhige Gondelei durch das Kanton Zürich, Aargau und Basel Land bescherte würde. Im Bahnhof Frick schaute er gelangweilt aus dem Fenster auf den Bahnsteig und sah einen Menschen, der etwas wie eine Stehlampe in der Hand hatte. Darauf war oben die leuchtend blaue Einkaufstasche eines schwedischen Möbelhauses drapiert. Er vergaß das Gesehene so schnell wieder, wie es aufgetaucht war.

Auf einmal stand jemand in einer Hose mit einem grünen und einem roten hautengen Hosenbein vor seinem Sitzplatz. Weiterlesen

Der Literaturzug

Andere Länder – andere Sitten!

Als Andreas nach einer langen Arbeitswoche in der Inneren Schweiz erst am Samstag ‘gen Heimat aufbrach, hatte Mühe einen Sitzplatz zu finden. Er war durch Zufall in den ersten Wagen eingestiegen und unverhofft in eine Dichterlesung geraten. Das Bild im Glarner Sprinter zwischen Linthal (CH) und Zürich (CH) gleicht sonst vielen Pendelzügen: Menschen lesen, schauen aus dem Fenster, spielen mit dem Handy herum oder bereiten Präsentationen und Texte vor. Doch nicht so am Samstag! Weiterlesen

„Abfahrt“ für den Pängel-Anton

Im Eisenbahner-Sportverein erzählte vor mehr als 20 Jahren Otto Bosch, Präsident der Bundesbahndirektion Münster(Westf.) a.D., eine schöne Eisenbahn Geschichte aus seiner Jugend … es muss so zwischen den Kriegen gewesen sein.

Lok 91 319, Eisenbahnmuseum Gremmendorf

Eine Lok dieser Baureihe (pr. T 9.3) zog den „Pängelanton“ durch das Münsterland.

Seine Schulfreunde und er seien täglich mit dem «Pängel-Anton» zur Schule gefahren. Die Dampflok musste an vielen, meist unbeschrankten Bahnübergängen stets zur Warnung anderer Verkehrsteilnehmer läuten, umgangssprachlich „pengeln“ oder westfälisch: „pängeln“.

Die Jungs wurden durch Zusehen und Zuhören so anschaulich in die Betriebsabläufe und -geheimnisse der Bahn eingeführt: Nachdem die Fahrgäste eingestiegen war, gab der wohlgenährte Schaffner mit der Kelle Signal und pfiff in seine Dienst-Pfeife und grölte zusätzlich noch „feddich!“. Dieses Ritual ging so jahrein, jahraus – an jedem Bahnhof. Weiterlesen