Der Bahnhof Hiltrup und sein Umfeld


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Im Rahmen des «Tags des offenen Denkmals 2018» erläuterten die Lokal-Historiker Fritz von Poblotzki und Horst Wiechers unter dem Titel «Erinnerungssplitter: Der Bahnhof Hiltrup und sein Umfeld im Zweiten Weltkrieg» die Geschichte des Bahnhofs Hiltrup. Der Bahnhof liegt seit mehr als 150 Jahren an der Strecke Hamm – Münster und gehört mit 3.000 Ein- und Aussteigern pro Tag zu den zehn Stationen mit dem höchsten Fahrgastaufkommen im Münsterland. Der Ort ist ein Industrie- und Schulstandort: So liegt in direkter Nachbarschaft des Bahnhofs Hiltrup das Farbwerk eines DAX-Konzerns, es gibt vier weiterführende Schulen sowie eine Fachhochschule in Münster-Hiltrup.

Dabei begann die Geschichte des Haltepunkts an einer anderen Stelle, ungefähr dort, wo heute der Hiltruper See ist. Am heutigen Standort wurde er aber am 26. Mai 1851 eröffnet und in den letzten Jahren erheblich modernisiert. Das Bahnhofsgebäude wurde verkauft und beherbergt heute u.A. den Kulturbahnhof.

Zur Geschichte

Tag des offenen Denkmals 2018In seinem Vortrag führte Fritz von Poblotzki anschaulich in die damalige Nutzung des Bahnhofs ein: Güter- und Kesselwagen mussten rangiert und für die umliegenden Betriebe (Glasurit, Schenking, Hoesch, div. weitere) be- und entladen werden. Die Kinder aus dem heutigen Stadtteil Hiltrup-Ost mussten viel Zeit vor der aufgrund des Bahnbetriebs geschlossenen Schranke verbringen. So konnten sie sich den Bahnbetrieb anschauen und können daher bis in die heutige Zeit viel davon berichten. In der Folge der Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg entstand auf der Ostseite ein schützender Unterstand, der heute allerdings von einem Wäldchen überwuchert ist und daher dem Bahnblogger noch nicht bekannt war.

Tag des offenen Denkmals 2018

Unterstand: „Splitterschutzgraben“

Zur Geschichte der Zwangsarbeiter

Tag des offenen Denkmals 2018In den Betrieben um den Bahnhof arbeiteten in der Zeit des Zweiten Weltkriegs viele Zwangsarbeiter. Deren Geschichte, so berichtete der Lokal-Historiker Horst Wiechers, erst in seit 1988 aufgearbeitet wurde. Er erwähnte mehrfach die Arbeiten von Dr. Giesela Schwarze in der viele Schicksale dokumentiert wurden. In einer Zusammenfassung ihrer Vorträge (pdf, 2,2 MB) berichten die Referenten auch über die Zwangsarbeiterin Alexandra Teslenko aus dem Gebiet Stalinsk (Donez/Ukraine), die ab dem Jahr 1942 als 16-jährige im Hoesch-Werk für den Transport und die Verladung von Röhren eingesetzt wurde. Sie konnte Anfang des Jahrtausends ausfindig gemacht werden und so konnten mittels eines Briefkontakts die damaligen schrecklichen Erlebnisse dokumentiert werden.

Sägewerk und Mühle Wentrup

«Wentrups Mühle», Sägewerk und Kohlenhandlung direkt an der Ostseite des Bahnhofs kennt noch jeder alte Hiltruper. Der Betrieb existiert so heute nicht mehr und die Gebäude werden heute anderweitig genutzt. Trotzdem liessen sich unter der Führung der ortskundigen Referenten Spuren der Zeit finden: Alte Feldbahngleise durchziehen den heutigen Parkplatz zwischen der Tennishalle und dem ehem. Sägewerk.

 


Der Bunker auf dem Betriebsgelände von Wentrup wurde durch vier Zwangsarbeiter errichtet. Sie durften auf ausdrücklichen Wunsch des Eigentümers bei Gefahr mit in den Bunker, was damals moniert wurde, da es keineswegs erlaubt war.

Tag des offenen Denkmals 2018

Reste von Wentrups Bunker, Grundfläche rd. 5×5 Meter, mittlerweile stark überwuchert.

Weitere Informationen können der Zusammenfassung der Vorträge (pdf, 2,2 MB, 8 Seiten) entnommen werden.

Orientierung

Siehe auch

Quellen

Bilder (7) © Klaus Theißing,
Die Zusammenfassung der Vorträge wird mit freundlicher Genehmigung der Autoren Fritz von Poblotzki und Horst Wiechers veröffentlicht.

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Ein Gedanke zu „Der Bahnhof Hiltrup und sein Umfeld

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