Eröffnung des Gotthard Basistunnels


Bahnhof Erstfeld

Bahnhof Erstfeld: dem nördlichen Tunneleingang ganz nah!

Lange hat man dem Tag entgegen gefiebert und heute ist es endlich so weit: der Gotthard-Basistunnel wird eingeweiht. Ein grosser Festtag in der Schweiz, die Neue Zürcher Zeitung überschlug sich seit Wochen in der Berichterstattung und schrieb von der Eröffnung eines „globalen Monuments“.

1.000 Bürger dürfen als Dank für die Übernahme der Baukosten durch das Schweizer Volk zuerst „durch die Röhre“, den längsten Tunnel der Welt reisen. Für die „Tour d‘ Honneur“ hatten sich rund 160.000 Schweizer beworben.

Im Bundeshaus hat man sich frei genommen, es scheint ausser den Beamten eh niemand dort zu sein, denn Ständerat und Nationalrat haben sitzungsfrei! Am nächsten Wochenende wird es dann auf mehreren Festplätzen in der Nähe der Enden der Tunnelröhren ein Volksfest geben.

«Vor der Zeit» & unterhalb der Kosten und doch …

Nach langen Vorarbeiten erfolgte der Tunnelanstich im November 1999, im Jahr 2011 erfolgte der Tunneldurchstich des 57 km Tunnels. Beim Bau des Tunnels wurden die projektierten Kosten unterschritten.

Der Tunnel wurde vor der eigentlich vorgesehenen Zeit (2017) fertig gestellt und kann schon im Dezember 2016 in den Fahrplan aufgenommen werden. Dennoch …

Auf der Nordseite der Neuen Alpen-Transversale (NEAT) hapert es an der Umsetzung, wie ich in Die unendliche Geschichte berichtete. Aber auch auf der Südseite in Italien hapert es, wie der Artikel Italien hinkt hinterher der Neuen Zürcher Zeitung zu berichten weiss: Italien und auch Deutschland müssen nun ihre Hausaufgaben machen.

Eröffnungsfeier mit Hindernissen

Gotthard-Basistunnel

„Der Berg“ zürnt dem Interventionszentrum Biasca

Und dennoch hat die Feier einen kleinen „Stich“: Oberhalb von Biasca, dort wo das feierwütige Volk am Wochenende «die Röhre» und auch ein wenig seinen Sieg über den mächtigen Gotthard-Mythen-Berg feiern wollte, dort hat sich eine Felspartie gelockert. Die Schweizer Bundesbahnen (SBB) haben daher die Feierlichkeiten zum Bahnhof Biasca und in die Nähe des Südportals nach Pollegio und des Nordportals nach Erstfeld verlegt.

Der mächtige Gotthard hält also weiterhin das Volk im Zaum, daran haben auch die vielen Jahrhunderte und die Technik nichts geändert. Und dort, wo die SBB einen Lösch- und Rettungszug zeigen wollten, genau dort zürnt nun erneut «der Berg»!

Was für eine Ironie des Schicksals.

Siehe auch

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Ein Gedanke zu „Eröffnung des Gotthard Basistunnels

  1. Pingback: „Railway to Hell“ | MyBahn

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