Lokführer sind auch nur Menschen


2016-04-ec-innenWir gondelten in aller herrgottsfrühe im aus Hamburg kommenden EC 7 über die endlose linksrheinische Strecke Richtung Süden. Dem kleinen Goldstück der allein reisenden Mutter war genauso langweilig wie uns. Sie unterhielt den Großraumwagen dafür bestens …

Endlich waren wir in Mannheim, ich vertrat mir während der paar Minuten des planmässigen Halts die Füße auf dem Bahnsteig am ersten Ausstieg, gleich direkt hinter der Lok. Mir kam ein kleiner rundlicher Herr eilig entgegen. An seiner blauen Hose, blauem Diensthemd und Bahnerweste und den obligatorischen Schulterklappen war er klar als Lokführer erkennbar. Er bestieg den Wagen, stürmte Richtung Toilette und rappelte an der Tür: besetzt. Schon stürzte er durch den ersten Waggon davon …

Es war an der Zeit, ich stieg wieder ein und … nichts! Es tat sich einige Minuten gar nichts! Der Zug stand im Gleis, die Türen immer noch offen. Dann endlich hastete der Lokführer aussen auf dem Bahnsteig eilig vor unseren Fenstern vorbei. Die Türen schlossen sich kurz danach, der Zug rollte mit 3 Minuten Verspätung an.

Die Mutter des kleinen Kindes formte die Hände vor dem Mund zu einem Trichter und trötete zu ihrer kleinen Tochter: „Liebe Fahrgäste, unser Zug hat derzeit drei Minuten Verspütung, da unser Lokführer mal auf’s Klo musste.“

Der ganze Waggon wieherte vor lachen. Aber so genau wollten wir es eigentlich gar nicht wissen!

PS: Übrigens: Er holte die Zeit brav wieder ein: in Karlsruhe war er ganz pünktlich. Geht doch!

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