Die Trümmerlok aus Münster


Die «Trümmerlok» an den Promenade in Münster(Westf.) hat viel erlebt und könnte mit ihren Erlebnissen, Geschichte und Geschichtchen mindestens ein ganzes Buch schreiben.

Gebaut wurde sie „zu Kaisers Zeiten“ im Jahr 1910 von Firma Ohrenstein und Koppel (O&K) in Berlin. Die alt eingesessene Baufirma Peter Büscher (später auch Peter Büscher und Sohn, kurz: PEBÜSO) nutze sie als Baulok 4093/10 seit der Gründerzeit im damals schnell wachsenden Münster auf den Baustellen des Unternehmens. Mit ihrer Spurbreite von 600 mm war sie bestens für engste Kurven geeignet und dank einer Leistung von 40 PS leistete sie dort beste Dienste.

Ihre „große Zeit“ kam nach dem zweiten Weltkrieg, als aus Münster rd. 2.5 Mio. Tonnen Schutt u.a auf dem damaligen Hindenburgplatz (heute: Schloßplatz) zusammengefahren wurden. Auf Notgleisen zog sie damals viele schwer beladene, einfache Kipplohren durch die Stadt. Viele alte Münsteraner kennen sie noch aus der Zeit oder wissen von «ihrer Trümmerlok» zu berichten. Aus dieser Zeit hat die Lok ihren festen Platz in der kollektiven Erinnerung Münsters.

1961 war es an der Zeit Abschied zunehmen: Leistungsstarke Maschinen und LKW hatten auf den Baustellen Einzug gehalten. Die Lok wurde in der Folge der Stadt Münster vom Bauunternehmen Büscher geschenkt. In ihrer „dritten Dienstzeit“ stand sie auf dem Coerdespielplatz an der Promenade und diente Generationen von Kindern als begehrtes Kletter- und Spielgerät. Hier bereitete sie den Kindern viel Spaß und Freude – und alle spielten Jim Knopf und den Lokomotivführer der Augsburger Puppenkiste, nach.
Die Großeltern der Kriegsgeneration besuchten „ihre Lok“ nun mit den Enkeln und berichteten aus der Geschichte – bis zum Jahr 2003: Aus Sicherheitsgründen wurde sie nun vom Spielplatz entfernt.

Nach umfänglicher Renovierung und Aufarbeitung wurde sie 2004 am jetzigen Standort in unmittelbarer Nähe zum damaligen Verlauf der Trümmerbahn gegenüber dem Kalkmarkt, zwischen Promenade, Münzstrasse und der Straße Neutor, aber immer noch in Sichtweite des Schloßplatzes aufgestellt. Dort «erzählt» sie noch heute von ihrer bewegten Geschichte aber auch der Stadtgeschichte Münsters.

Siehe auch

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