Hindernisse beim Fahrkartenkauf in Usbekistan


Zug in Usbekistan

Ein langer Zug und eine weite Reise

Von Danielas Reise durch Usbekistan war schon in der Geschichte Es fährt kein Zug nach Mazar-i Sharif zu lesen. Sie war mittlerweile in Boysun angelangt und hatte dort eine schöne Zeit verbracht. Und nun sollte es – mangels Bus – per Zug weiter gehen, aber …

von Daniela Lieberwirth

Eigentlich will ich mit dem Bus nach Samarkand fahren, aber Sabir bringt schlechte Nachrichten. Es sind zwei Busse zusammen gestossen und zudem eine Gasleitung explodiert, womit auf Stunden die Strasse unpassierbar sein wird. Also fahre ich mit dem Zug.

Zusammen mit Sabir fahre ich mit dem Taxi zum Bahnhof, um das Ticket nach Samarkand zu kaufen. Doch der Kauf des Tickets wird zum Drama: Sabir sagt dem Schalterbeamten, dass ich nach Samarkand fahren will. In Usbekistan werden Zugtickets personalisiert, womit für den armen Beamten das Problem anfängt.

Offenbar kann er nur kyrillisch lesen und kann so mit meinem Pass wenig anfangen. Wir geben ihm also zum Abschreiben meiner persönlichen Daten das Ticket der Hinfahrt Tashkent – Boysun. Er schreibt krakelig, ungelenk und sehr langsam. In eben demselben Tempo – dafür aber mit größter Akkuratesse – schneidet er das Ticket mit Zackenrand aus. Wozu das wohl gut sein soll? Sabir informiert inzwischen den Taxifahrer, dass es wohl länger dauert. In Usbekistan und besonders hier auf dem Land stehen am Bahnhof nicht einfach Taxen und warten auf die Reisenden. Da fährt etwa zweimal am Tag ein Zug. Ausser zu diesen Zeiten lohnt es sich für die Taxen nicht am Bahnhof herum zu stehen. Also haben wir unser Taxi warten lassen und unser Freund hat uns einiges an Geld gekostet.

Boysun (Usbekistan)

Boysun (Usbekistan)

Endlich ist das Ticket fein säuberlich ausgeschnitten. Na endlich!!! Doch zu früh gefreut: Als er den Preis nennt, ist mir klar, dass da etwas nicht stimmen kann. Samarkand ist erheblich näher als Tashkent. Das Ticket kann also unmöglich dasselbe kosten wie das Hinfahrticket. Ich bin sehr froh als Sabir zurück kommt. Aber so einfach, wie wir uns das vorstellen, scheint das alles nicht zu sein. Eine Zugfahrkarte in Boysun zu stornieren scheint ein grösserer bürokratischer Akt zu sein bei dem unbedingt die höhere Dienststelle in der Hauptstadt involviert werden muss. Sabir ist nahe daran, die Geduld zu verlieren. Ein Anruf in Tashkent scheint für unseren Schalterbeamten eine echte Herausforderung zu sein. So schlagen wir vor, die Fahrt nach Samarkand zu bezahlen und ihn mit seinem Problem erst mal alleine zu lassen in der Erwartung, dass er es bis kurz vor Abfahrt des Zuges schafft, das richtige Ticket auszustellen.

Als wir den Bahnhof verlassen, sahen wir die Angelegenheit schon von der humorvollen Seite. Wir haben noch Zeit essen zu gehen. Währenddessen amüsieren wir uns noch viel über unseren Ticketkauf mit Hindernissen. Ich frage mich, ob unser Freund mich nun wirklich nach Samarkand schickt, oder vielleicht doch nach Buchara oder nach Termez …

Mehr …

Weitere Geschichten von Daniela’s Reise entlang der Seidenstrasse finden sich in ihrem Blog Entlang der Seidenstrasse – Von Wien nach Osten.

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Ein Gedanke zu „Hindernisse beim Fahrkartenkauf in Usbekistan

  1. Pingback: Bilder aus Samarkant (Uz.) | MyBahn

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