Und es begab sich zu jener Zeit …


Bahnreisen vor Weihnachten – ein Stresstest

„Weihnachten gehört der Familie“ – das ist ein ehernes Gesetz. Und wie vor 2000 Jahren setzen sich Wochenendpendler und auswärts arbeitende und lebende Familienmitglieder Richtung „Heimat“ – oder was immer sie dafür halten – in Bewegung. Der Gipfel der Reisewelle ist der letzte Freitag vor „dem Fest“. Und es sah so aus, als wenn ich in jenem Jahr an diesem großen Spaß wieder einmal teilhaben dürfte …

Unsere „Heimatregierung“ hatte in jenem Jahr den Besuch der Schwiegereltern als Parole ausgegeben. Wer wollte sich den schlagenden Argumenten von Rehbraten und Wildschweinragout und schönem Beisammensein mit Rotwein und schönen Kamingeschichten, viel Spaß und Unternehmungen im Frankfurter Umland auch ernsthaft widersetzen?

Die Gegenargumente, wie Anreisestress, 5 Kilo mehr auf der Waage im Januar und den kleinen Reisekosten wiegen dagegen nicht wirklich schwer.

ICE 3 in Münster HBfAufgrund beruflicher Umstände reiste ich allein am 23. Dezember über Köln Richtung Süddeutschland und aufgrund der Unplanbarkeit des Geschäftstermins auch ohne Reservierung. In Köln schaffte ich es in das erste Abteil des ICE 3 und fand – man glaubt es kaum – in dem „Zug mit hoher Auslastung“, wie es so schön heisst, den besten Platz, also gleich vor der Tür des Lokführers. So konnte ich ihm bei seiner Arbeit über die Schulter schauen.

Nach einer Weile wurde die langweilige Reise durch die Frage eines vielleicht 10-jährigen Mädchens auf dem Nebensitz unterbrochen: Sie fragte, was mir das Christkind denn aller Voraussicht nach bringen würde. So kamen wir ins Gespräch und ich berichtete von meiner „weiten“ Reise und davon, dass man seit Jahren nicht mehr vorhersehen könne, was das Christkind so „bringen“ würde.

Wir plauderten etwas um uns die Zeit zu vertreiben, die junge Dame war anscheinend schon viel herumgekommen und kam gerade mit ihrer Mutter aus New York. DAS sei doch wohl eine weite Reise! Und schon sprudelte es aus ihr heraus, was man alles besichtigt hätte und was man gesehen und vor allem erlebt hat, was durchaus ein kleiner New-York-Krimi war. Bevor sie sich anschickte ihre Habe zusammen zu packen, empfahl die junge Dame mir das Restaurant in der UNO, oben auf dem Gebäude. Man müsse aber unbedingt vorbestellen, denn die Sicht auf „Big Apple“ sei unglaublich! Der Zug rauschte in den Bahnhof ein. Ich sei aber kein Diplomat, warf ich ein und da könne es gewisse Zugangsbeschränkungen geben. Man könne auch ohne den Diplomaten-Pass dort essen gehen, antwortete sie keck. Und im vorbeigehen betonte die Mutter, man müsse aber auf die Kleidung acht geben. „In Jeans wird das nix!“Ich bedankte mich artig für den guten Tipp, den ich beherzigen werde, wenn ich das nächste mal zufällig in der Gegend bin … „und Grüße an das Christkind!“

Zugradar

Schon lange kann man bei der NASA im Internet die Satelliten auf ihren Bahnen verfolgen, auf dem Internet-Flugradar die Flugzeuge über sich bestimmen. Nun können alle stressgeplagten Zeitgenossen auf dem „Zugradar“ unter bahn.de/zugradar das aktuelle Betriebsgeschehen verfolgen. Leerer wird es in den Zügen dadurch nicht und schneller geht es auch nicht. Man kann zuschauen, wie die Züge über die Landkarte huschen. Lustig.

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